Propriorezeptive- oder Sensomotorische Einlage

Wahrnehmung aus dem eigenen Körper vermitteln z.B. aus Sehnen Muskeln und Gelenken.

Propriozeptive Reflexe, bei denen Reiz- und Erfolgsort identisch sind., sog. Sehnenreflex: Muskeldehnung - Muskelkontraktion

Ohne Bewegung ist kein Erlernen von Bewegungsmustern möglich.
Welche Informationen fehlen?
Wie könnte man diese Informationen liefern?

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   Proprio Schmerz

Wir versuchen durch gezielte Reize bestimmte Reaktionen auszulösen. Dabei können wir alle propriozeptiven Nervenorgane nutzen.

Wenn wir wissen, dass auch die Gelenkinnenflächen Nervenendungen haben, muss es das Ziel sein, die Gelenkstellung so natürlich wie möglich zueinander zu bringen.

Beim gesunden Gang setzt die Ferse zuerst auf, deshalb ist es wichtig z.B. für den Spastiker den Rückfuß in eine natürliche Position zu bringen, aber nicht durch passives Halten – sondern durch Reizung der zuständigen Muskelgruppen unter Freilassung von Bewegung. Ist also der Rückfuß in einer natürlichen Lage, können auch natürliche Informationen weitergeleitet werden.

Natürliche Bewegungsmuster simulieren

Die Therapie muss demzufolge darauf abzielen, natürliche Bewegungsmuster zu simulieren, damit richtige Bewegung entdeckt wird, richtige Bewegung wiederholt und dadurch automatisiert wird. Nichts anderes soll bei jeder Form von Krankengymnastik versucht werden. Egal ob es ein Plattfuß, Hohlfuß, Sichelfuß u.s.w. ist, die Aufgabe des Therapiebegleiter ist, falsche Bewegungs-Muster zu entdecken und natürliche Bewegung zu simulieren.

Nach diesem Infoprinzip müssen nun alle weiteren Informationen geliefert werden.

Therapieunterstützend durch permanente Reizung der Sensoren der Fußmuskulatur – Propriozeption, das Erreichen des physiologischen Bewegungsmusters wird dadurch automatisiert.
Die Therapie für solch einen Menschen kann also nur dann positiv sein, wenn wir gemeinsam mit Arzt und Physiotherapeut für ihn natürliche Bewegungsmuster simulieren, damit er solche Muster überhaupt entdecken kann. Erst dann kann er sie als Bewegungsmuster erkennen.

Erfolgsaussichten bei Kindern sind höher als bei Erwachsenen.

Die mediale Erhöhung/Abstützung wirkt auch propriozeptiv. Der höchste Punkt der Aufrichtung ist unter dem sustentaculum tali. Diese Erhöhung spricht die Sensoren der Tibialisgruppe an. Medial läuft der M. tibialis posterior entlang. Und an der Sehnenscheide sind die propriozeptiven Nervenendungen. Dadurch ist der Kontakt zum Boden etwas eher hergestellt. Bevor der Fuß ganz auf den Boden kommt, werden somit die Muskeln dort schon stimuliert. Dies wirkt sich auch auf den Muskelbauch aus. So werden beim M. Tibialis posterior Ursprung und Ansatz näher zueinander gebracht. Die Nervenenden im Muskelbauch sind so eingestellt, dass sie eine ganz bestimmte Spannung halten.

Verkürze ich Ansatz und Ursprung des Muskels, bedeutet dies für diesen propriozeptiven Sensor, dass die Spannung noch nicht erreicht ist. Das heißt, er muss nacharbeiten beziehungsweise nachstellen. Durch die Verkürzung der Sehnenstrecke gebe ich diesem Muskel den Reiz, sich stärker zu aktivieren. Er darf die Information, dass keine Aktivität mehr erforderlich ist, nicht zu früh weitergeben.

Durch die natürliche Position der Fußwurzelknochen wird ein natürliches Bewusstsein für den Fuß geliefert. Wenn ich es schaffe, den Rückfuß in die richtige Position zu bringen, habe ich ein natürliches Bewusstsein hergestellt. Die Muskelbäuche, die an der Fußsohle entlang laufen, bleiben frei zur Aktion.

Auch die Aufrichtung des Rückfußes auf der lateralen Seite wirkt sowohl statisch als auch propriozeptiv. Der Propriozeptionspunkt lateral ist niedriger als auf der medialen Seite und stimuliert den Steigbügel. Zur Aufrichtung des Rückfußes haben wir die M. tibialis posterior und anterior sowie auf der lateralen Seite den M. peronaeus longus, des sich im Pfannenband mit dem M. tibialis posterior zum Steigbügel verbindet. Überall dort, wo die Sehnen an der Fußsohle entlang laufen, stelle ich gedanklich die Verbindung zu den Funktionen der einzelnen Muskeln her. Uns stehen nur die Bodenreaktionskräfte zur Verfügung, nur an der Fußsohle kann ich mit meiner Einlage ansetzen. Nur die Fußsohle ist in der Lage, den Druck durch die propriozeptiven Elemente aufzunehmen. Druck von der Seite würde schon nach kurzer Zeit zu Schmerzen führen.

Die laterale Anhebung des Fußes bildet gleichzeitig das Widerlager für die mediale Stütze. Somit wird der Calcaneus in der Mitte positioniert und der Fuß wird zwischen Auftritts- und Standphase geführt.

Wichtig bei dieser Art der Orthesenversorgung ist zu wissen, an welchen Stellen man den Fuß anheben oder stimulieren darf. Wird z. B. die Plantaraponeurose stimuliert, spannen wir jene Muskulatur zusätzlich an, die beim Spastiker sowieso schon unter Hochspannung steht und nicht unter Kontrolle ist. Sie muss freigelegt werden bzw. . frei bleiben.

Die Muskelbäuche müssen generell frei bleiben. Sie sind der aktive Teil der Bewegung. Wenn wir sie behindern, verhindern wir natürliche Bewegungsmuster und deren Automatisierung.

Wenn die Sehnen hinter den Mittelfußköpfchen II und III drückt werden, erhöht sich deren Vorspannung und gebe der Wadenmuskulatur das Signal, sich zu entspannen. Dort muss auch die Versorgung ansetzen. Rücke ich mit der Erhöhung zu weit nach hinten, treffe ich die Muskelbäuche. Das verursacht Schmerzen und gibt die falsche Information. Zudem kann durch die laterale Anhebung über die Muskelkette zu den Adduktoren hin die Hüfte stabilisiert werden. Das Tieferlegen des Großzehen-Grundgelenks ist wichtig für die Verkürzung des medialen Hebelarms.

 

25.03.2010

Mönks + Scheer
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