TR-Ringorthese
Korrektur ohne Gegendruck vom Boden (bedingt), Steigerung der Spastizität durch Druck auf die Fußsohle entfällt, oberes Sprunggelenk bleibt frei.
Bei Kindern mit Cerebralparese zeigen sich Fußdeformitäten sehr früh.
Das häufigste Krankheitsbild ist der Knickplattfuß.
Bisherige Korrekturmaßnahmen beim Knickplattfuß und ihre Nachteile :
Orthopädische Schuhzurichtungen beeinflussen die statische Komponente der Fehlstellung positiv.
Gut bewährt hat sich - Sohlenverbreitung nach medial Innenkantenerhöhung & Schaftversteifung mit Schaftvorlage. Eine Reposition des Talus erfolgt aber nicht durch Abduktionsfehlstellung des Fußes ist die Länge der Auftrittsfläche in Laufrichtung verkürzt. Eine Querabrollung des Fußes findet statt Orthopädische Schuhe mit steifen Sohlen erhöhen beim Abrollen den Widerstand Zunehmende Valgusstellung des Knies ist die Folge.
Innenschuhe korrigieren den Fuß, aber beschränken oder blockieren das OSG.
Indikation:
Alle reversiblen Knickplattfüße.
Bei Korrektur des Rückfußes muß der Vorfuß passiv pronierbar sein.
Kontraindikation:
Kontrakte Fehlstellungen funktioneller Spitzfüße (Fehlbelastung würde weiter unterstützt). Kontrakte Supinationsfehlstellungen des Vorfußes. Vermehrte Außenrandbelastung des Fußes während der Aufrichtung des Rückfußes. Unter Belastung soll ein Drehung des Vorfußes im Sinne einer Pronation ermöglicht werden.
Korrekturprinzip:
Es wird eine Korrektur des Rückfußes durch eine Rotationsbewegung erreicht. Der Talus ist beim Knickplattfuß nach unten abgesenkt. Zur Rückführung des Talus muß der Fuß in Spitzfußstellung gebracht werden. Bei Anhebung des Fußes wird der Talus unter Mitnahme des Calcaneus angehoben und reponiert. Das erreichte Ergebnis wird durch die ringförmige Bauweise der Orthese über dem Chopardgelenk und dem unteren Sprunggelenk gehalten. Lateral schlägt die Orthese am unteren Ende der Fibula an. Der Vorfuß kann, da er frei ist, unter Belastung ungehindert derotieren; dadurch wird das Fußlängsgewölbe wieder hergestellt. Eine gute Funktion der Orthese ist nur mit einer geschlossenen Konstruktion zu erreichen. Weitere Unterstützungen sind nicht nötig, sondern eher nachteilig, z.B. (Supinationskeile etc.). Die Wirksamkeit der TR-Ringorthese ist nur beim Tragen von gutem (festem) Schuhwerk gegeben (auch Halbschuhe) ggf. Orthesenschuhe. Erfolg ist nur bei genauester Anfertigungstechnik, insbesondere des Gipsabdrucks garantiert. (modellieren je weniger, desto besser)
Die Ringorthese besteht aus drei f e s t verbundenen Ringen. Besonders wichtig, der frontale Ring über dem Chopardgelenk soll soweit proximal wie möglich über dem Rückfuß liegen. Nach vorne darf der Ring das talo-naviculare und, calcaneo-cuboidale Gelenk um ca. 5mm überragen Es muß größten Wert auf die Torsionsfahigkeit des Vorfußes unter Belastung gelegt werden. Die Ferse läßt man bewußt frei um Bodenkontakt zu ermöglichen und die Aufrichtung des Calcaneus zu verstärken. Der innere Knöchel bleibt frei.
Vorteile: fast immer sofort verbessertes Stabilitätsgefühl beim Gehen. Korrektur der Fehlstellung ohne Funktionsbeschränkung des Fußes, Stabilität des Fußes unter Belastung ohne Blockierung des OSG knickfußbedingte Valgusstellung im Knie wird positiv beeinflußt.
Nachteile: Anziehvorgang bedarf einiger Übung, Patient ist in den meisten Fällen nicht selbständig in der Lage sich die Orthese anzulegen.
Ansprechpartner: Dominik Scheer – OTM Tel.: 0172 - 2010695





28.02.2011


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